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©K. Ruschmaritsch
Überlegungen zum Thema Klimarasen (Kleerasen)
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Überlegungen zum Thema Klimarasen (Kleerasen). Überlegungen zu einem weiteren Projekt um das Thema Klimarasen In den Vereinigten Staaten gibt es in den letzten Jahren sowohl privat, als auch im öffentlichen Bereich Versuche bisher „unkrautfrei“ gehaltene, „saubere“ Rasen durch Beimischungen von Rasenbegleitpflanzen, im Allgemeinen auch als typische Rasenunkräuter bekämpft, trockenresistenter zu machen. Ziel ist es eine relativ niedrig gehaltene Grünfläche zu erhalten, die optisch einem traditionellen Rasen nahekommt. Diese muss dazu auch einer regelmäßigen Mahd widerstehen können und trittfest sein. Ein Ansatz dazu ist der dort sogenannte clover lawn, ein Klee-Rasen. Diese besteht aus einer Mischung aus üblichen Rasen-Gräsern und dem Weissklee Trifolium repens. Von Trifolium repens gibt es dazu (soweit bekannt) drei kleinwüchsige Sorten, die der Handel auch als sogenannter „Mikro-Klee“ vertreibt. Diese relativ schwachwüchsigen Sorten würden die Anzahl der nötigen Mähgänge stark reduzieren und sich besser in einen bestehenden Rasen integrieren als die normal großen Wildformen. Mischungsverhältnis Klee: Gräser 50:50 (?) Vorteil dieser Mischung niedrigwachsend, relativ trittfest, durch die Fähigkeit Luftstickstoff im Boden zu fixieren reduziert Klee nötige Düngungen, trockenresistenter als reine Gräsermischung, Kleeblüten sind Insektenmagnet, Klee übersteht die üblichen Pflegemaßnahmen des Rasens (regelmäßige Mahd, vertikutieren) problemlos; Mähgut kann verfüttert werden Nachteil Entspricht nicht dem traditionellen Bild eines Rasens; Trifolium repens ist ein Bewohner eher frischer Böden. Bei sehr trockenen Sommern wird er bei nicht ausreichender Bewässerung ebenfalls braun, regeneriert nach der Trockenperiode allerdings schnell. Auf unsere Verhältnisse übertragen, vor allem wenn man Trockenperioden und/oder Phasen mit hohen Temperaturen berücksichtigt, ist dieser Ansatz durchaus interessant, wenn es sich um mäßig trockene Klimaverhältnisse handelt. Sobald es aber sehr trocken wird (exponierte Südhanglage, kein Schatten, leichter Boden), erscheint Trifolium repens weniger geeignet und sollte durch ähnlich wachsende, trockenresistente und ebenfalls heimische Leguminosen ersetzt werden. Der Gräseranteil, üblicherweise aus Lolium perenne und Poa pratensis bestehend, müsste dabei durch Festuca ovina, Festuca rubra und eventuell Poa compressa ausgetauscht werden. Vorgeschlagene Zusammensetzung einer solchen experimentellen Mischung Gräser/Leguminosen – Verhältnis 50:50 Gräser: Festuca ovina, Festuca rubra; Poa compressa Leguminosen: Medicago lupulina; Lotus corniculatus; Anthyllis vulneraria, Ononis repens; Hippocrepis comosa Eventuell: Trifolium arvense (2-jährig); Trifolium campestre (1-jährig); Medicago minima (1-jährig) Diese Mischung aus gebietsheimischen Ursprüngen, wäre auch als Grundlage zur Begrünung von Weinbergen denkbar. Vorteil: Niedrigwachsend und muss daher nicht oft gemäht werden, relativ trittfest, durch die Fähigkeit Luftstickstoff im Boden zu fixieren reduziert Klee nötige Düngungen, trockenresistent, Insektenmagnet; Blütenreich im Sommer (Tourismus bei Weinwanderungen?) Zum Thema Rasen mit hohem Anteil an Mikroklee (Trifolium repens) noch folgende Gedanken: Diese Rasenmischung erscheint auf lange Sicht wie eine Monokultur welche später hinaus wieder einen erhöhten Pflegeaufwand mit sich zieht (Bekämpfung unerwünschter Wildkräuter; Nachsaaten und Wässerungen). Abgesehen von der regelmäßigen Mahd, bedingt die Abwesenheit weiterer Pflegemaßnahmen eine automatische Entwicklung in Richtung einer vielfältigeren Blumenrasen-Gemeinschaft hin. Ein dauerhaft dichtbleibender Bewuchs mit Trifolium repens und den ausgesäten Gräsern ist bei Ausbleiben von erhaltenden Maßnahmen nicht zu erwarten! Vor allem die Häufigkeit (!) und die Tiefe (!) der Mahd haben einen entscheidenden Einfluss auf die sich einstellende Entwicklungsrichtung und Artenzusammensetzung. Diese sich automatisch einfindende Pflanzengemeinschaft ist allerdings auch langfristig stabil, zeigt eine gute Trittfestigkeit und Trockenheitsresistenz. Ein Beispiel für in Rheinhessen häufig vorkommende, ausdauernde Wildkräuter in einem etablierten, mäßig trockenen bis frischen Blumenrasen Mahd 1 bis 2 mal alle 14 Tage, nicht unter 5 cm Achillea millefolium Ajuga reptans Bellis perennis Campanula persicifolia Glechoma hederacea Hieracium pilosella Leucanthemum vulgare Medicago lupulina Lotus corniculatus Plantago major Potentilla reptans Primula veris Prunella vulgaris Ranunculus repens Taraxacum officinale Trifolium repens Viola odorata Weitere Ein- und Mehrjährige sind denkbar, was aber stark von den standortökologischen Bedingungen abhängt. Fazit: Auch wenn der Rasen mit „Mikroklee“ zunächst vorteilhaft erscheint, bedarf seine Erhaltung längerfristig einen gewissen Pflegeaufwand. Ob das eine nachhaltige Lösung für ein sich erwärmendes Klima ist, sei dahingestellt. Interessanter und auf eigene Beobachtung stützend ist das Zulassen eines Blumenrasens. Dieser stellt sich im Laufe der Zeit von alleine ein. Dabei spielt es keine Rolle ob der Ursprung ein „sauberer“ Rollrasen oder ein Kleerasen ist. Eine direkte Ansaat mit den oben genannten Arten ist denkbar, allerdings soll auf die standörtlichen Verhältnisse Rücksicht genommen werden. Unter Umständen muss das Saatgut entsprechend angepasst werden. Erfahrungsgemäß zeigt diese Pflanzengemeinschaft eine erstaunliche Stabilität, die sich auch in den Trockenperioden bewährt hat. Der Rasen erscheint stellenweise zwar nicht sehr dicht, zeigt aber je nach Standort zusätzliches Entwicklungspotential. Zum Beispiel tauchen in solchen Flächen, ohne weiteres Zutun, auch seltene und geschützte Orchideen auf, wie zum Beispiel die Bocksriemenzunge Himantoglossum hircinum oder der Bienenragwurz Ophrys apifera. Autor: H. Lösch
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