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©K. Ruschmaritsch
Königskerzen-Zünsler (Paracorsia repandalis)
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Königskerzen-Zünsler (Paracorsia repandalis). Schadbefall an einer getopften Kultur der Kleinblütigen Königskerze (Verbascum thapsus) Im Rahmen der 2028 geplanten Landesgartenschau werden von der Gartenakademie des DLR eine ganze Reihe klimaresilienter Stauden aus Samen herangezogen. Dabei auch Verbascum thapsus. Im ersten Jahr ihres zweijährigen Lebens bildet diese eine Blattrosette, aus der im zweiten Jahr ein imposanter Blütenstand herauswächst. Bis Mitte Juli verlief die Anzucht problemlos, grosse Hitze und Trockenheit verursachten keinerlei Beeinträchtigungen. Relativ plötzlich zeigten sich auf den Blattrosetten schwarze Kotkrümel und kleinere Gespinste, bei näherer Untersuchung auch Frasschäden an den Blättern, die dann schnell verbraunten. Der oberflächlich erst als wenig problematisch erscheinende Befall entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als verheerend. Übeltäter waren Raupen, die vorzugsweise die noch rudimentären Blütenstände und junge Rosettenblätter inklusive Vegetationspunkte in der Rosettenmitte wegfrassen und damit eine Weiterentwicklung der Pflanze völlig unmöglich machten. Von über 100 Jungpflanzen waren nach Durchsicht mehr als 90% unbrauchbar. Bei Exemplaren im zweiten Jahr konnte man ähnliche Frassspuren auch an den schon ausgebildeten Blütenständen, vor allem an den Blütenansätzen in den Blattachseln feststellen. Hier konnten die Pflanzen noch teilweise blühen und Samen ausbilden. Verursacher ist sehr wahrscheinlich der Königskerzen-Zünsler (Paracorsia repandalis), ein in Deutschland nicht überall vorkommender Schmetterling. Habitat sind trockene Wiesen mit verschiedenen Königskerzen, die seinem Nachwuchs als Nahrung dienen. Unter anderem auch eben Verbascum thapsus. Bei der Plötzlichkeit und Heftigkeit des Befalls stellt sich die Frage ob Massnahmen zur Prävention überhaupt möglich sind. Kompliziert, wahrscheinlich unmöglich, erscheint die Bekämpfung, auch wenn sie theoretisch mit einem Bazillus thuringiensis-Präparat machbar wäre (Aktuelle Zulassung beachten unter: https://www.pflanzenschutz-information.de/ ). Immerhin wird Paracorsia repandalis in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft und sollte damit unter Schutz stehen. Quelle: Paracorsia repandalis (Denis & Schiffermüller, 1775) Da aber diese Erhebung noch aus dem Jahr 2011 stammt und in neueren Publikationen von verschiedenen Autoren dieser Einschätzung widersprochen wird, ist nicht klar wie man hier verfahren kann und darf. Zumal bei Entdeckung der Schäden die Jungpflanzen meist schon unbrauchbar sind. Bild: H.Lösch (2026), Raupe des Paracorsia repandalis, unter ihr die ausgefressene Rosettenmitte
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